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DIE WEIßE ROSE - Kulturherbst Landestheater Oberpfalz

Stadthalle

Fr
4. Nov
2022
Beginn
20:00
Ende
23:00
Veranstaltungsort
Neuwirtshauser Weg 11, 92648 Vohenstrauß, Deutschland

Die Veranstaltung

1940 lernt Hans Scholl an der Universität in München Alexander Schmorell kennen. Zunächst ist Hans Scholl begeisterter Anhänger des Regimes und überzeugt vom Krieg, den das Deutsche Reich mit seinen Verbündeten gegen den Rest der Welt führt. Doch diese Überzeugung bekommt erste Risse, als sie sich auf ihren Einsatz vorbereiten: sie lernen Willi Graf kennen, der ab 1941 als Sanitäter in Serbien, Polen und der Sowjetunion eingesetzt und dort Augenzeuge des Eroberungs- und Vernichtungskriegs wurde. Als Medizinstudenten werden die Freunde nicht dauerhaft an die Front geschickt, sondern Studentenkompanien zugeteilt. Am 23. Juli 1942 werden Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und ihre Freunde aus der 2. Studentenkompanie für drei Monate als Sanitäter an die Ostfront abkommandiert. Als »Hilfsärzte« sind die jungen Medizinstudenten unmittelbar mit der brutalen Realität des Krieges konfrontiert. An der Ostfront verbringen die Freunde aus der Studentenkompanie mehrere Wochen gemeinsam. Auch als Willi Graf und Hubert Furtwängler im September einem anderen Infanterieregiment zugeteilt werden, bleiben sie bis zu ihrer Rückkehr am 6. November 1942 in Verbindung. Ein tiefes Gemeinschaftsgefühl entwickelt sich. »Oft gelang es, ein vernünftiges Gespräch zu führen, und manche Nacht verging wohl bei solchem Reden. Wir lasen zusammen, wir sangen, wir teilten das Essen. (…) es wird sich wohl erst zeigen, welchen Sinn dieses Zusammenleben hatte«, schreibt Willi Graf rückblickend im November 1942. Alexander Schmorell ist glücklich, in der früheren russischen Heimat seiner Familie zu sein. »Die Welt muss anders werden, russischer«, schreibt er an seine Eltern voller Begeisterung. Vom Bolschewismus distanziert er sich aber ebenso wie vom Nationalsozialismus. Russland und seiner Zivilbevölkerung begegnen Schmorell, Scholl und Graf mit großer Offenheit. Sie knüpfen persönliche Kontakte zu Russen und verstoßen damit gegen militärische Vorschriften. Sie weigern sich, die Russenals Feinde zu betrachten. Die NS-Diktatur jedoch verlangt vom Einzelnen bedingungslosen Gehorsam.Nach ihrer Rückkehr steht fest: der Krieg kann, nein, er darf nicht gewonnen werden! Aus der Freundschaft und der kritischen Einstellung zum herrschenden Regime erwächst der zunächst passive, dann aktive Widerstand gegen den Nationalsozialismus unter dem Namen »Die Weiße Rose«. Mit der Zeit schließen sich weitere Freunde an. Ab Sommer 1942 rufen sie in München mit Flugblättern gegen die NS-Diktatur und zur Beendigung des Krieges auf. Auch in anderen deutschen Städten schließen sich Helfer und Helferinnen der Widerstandsgruppe an; Ende 1942 auch Professor Kurt Huber. Vom Widerstandskreis der Weißen Rose werden sieben Personen von der NS-Justiz ab Februar 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Rund 60 Mitstreiter werden in mehreren Prozessen angeklagt und zum Teil zu langen Haftstrafen verurteilt.Der Name der nach dem Titel der ersten vier Flugblätter benannten Widerstandsgruppe sei willkürlich gewählt, sagte Hans Scholl im Gestapo-Verhör. Er sollte »einen guten Klang haben, hinter dem aber ein Programm steht«.Das sensible Schauspiel von Jutta Schubert spürt den Menschen hinter den zu Symbolfiguren gewordenen und holzschnittartig verklärten Mitgliedern der »Weißen Rose« nach. Menschen mit Stärken und Schwächen, Ängsten und Hoffnungen, die gemeinsam die Kraft fanden, einem unmenschlichen System entgegenzutreten.

Vergangene Termine

Fr 4.
Nov. 22
20:00-23:00
Sa 29.
Okt. 22
20:00-23:00
  • Anfahrt