Geschichte der philosophischen Mystik
Rathaus Kolbermoor
2022
Die Veranstaltung
L101"unio mystica" und "lumen intellectuale":Mystik ist eine weit verbreitete Sonderform des philosophischen und religiösen Reflektierens und Verhaltens. Ziel des Mystikers ist die "unio mystica", die "Vereinigung" mit der Gottheit über Kontemplation und Meditation, wobei die individuelle Erlebnissphäre gegenüber der kollektiven oder sozialen Manifestation von Religion überwiegt. Gott wird in der Welt erfahren, denn er wirkt in seiner Schöpfung. Bereits in der Spätantike suchte man die kontemplative Einheit mit Jesus Christus. Zumeist war die Mystik neoplatonisch inspiriert. Als große Mystiker des hohen Mittelalters gelten Bernhard von Clairvaux und Bonaventura. Im späten Mittelalter erlebte die Mystik einen gewaltigen Aufschwung mit Meister Eckhart und anderen. Die so genannte "negative Theologie" führte zu ständigen Konflikten mit Rom und die "devotio moderna" prägte das selbstbewusste und gebildete städtische Bürgertum. In der Neuzeit spielte sie ebenfalls eine große Rolle und wurde von der Romantik folgenschwer für die Moderne wieder entdeckt. In diesem Kurs sollen die Grundlagen der Mystik geklärt werden und ihre große geistesgeschichtliche Bedeutung bis heute aufgezeigt werden.
Kursleitung: Dr. Stefan Schmitt
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