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Schatten (Eurydike sagt) - Personal Dionysos

Athanor Akademie

Do
17. Nov
2022
Beginn
19:30
Ende
21:00
Veranstaltungsort
Schulbergstr. 30, 94034 Passau, Deutschland

Die Veranstaltung

Elfriede Jelinek: „Schatten (Eurydike sagt)
Wer bin ich, wenn ich kein Objekt mehr bin?
Eurydike stirbt und findet sich in der Schattenwelt wieder. Wie schaut sie auf ihr Leben zurück? Eigentlich war sie immer nur Objekt ihres Mannes, des berühmten Sängers, in dessen Schatten sie zeit ihres Lebens stand. Je länger sie darüber nachdenkt, desto weniger schrecklich erscheint ihr der Tod. Doch gerade als Eurydike ihr Schicksal akzeptiert hat, taucht der Sänger auf, um sie zurückzuholen...
Elfriede Jelinek gibt der sprachlosen Eurydike des antiken Mythos‘ eine Stimme. Lara Jung stellt ihr in ihrer Inszenierung einen betörenden Schattenchor gegenüber, der sich auf Eurydikes Seite schlägt und ihr Schattenwelt und Tod schmackhaft macht. Die fünf Darstellerinnen arbeiten sich dabei nicht nur sprachlich, sondern auch mithilfe virtuoser Choreographien an Jelineks wortmächtigem Text ab.
 
Lara Jung hat sich schon lange zum Mythos von Orpheus und Eurydike hingezogen gefühlt. „Als ich auf Jelineks Interpretation gestoßen bin, ist mir aufgefallen, dass wir im antiken Mythos wenig bis gar nichts von Eurydikes Standpunkt erfahren. In Jelineks Text berührt mich darüber hinaus die Thematik der Objektifizierung von Frauen und die erschütternde Erkenntnis, dass man am Ende seines Lebens stehen und merken kann, dass man zutiefst unglücklich war.”  
Bearbeitung und Regie: Lara Jung 
Besetzung: Doris Länglacher, Anna Karoline Michel, Lily Schuster, Sequoia Nizhoni Kroll, Benigna Laurentia Arati Shobha Munsi 
Betreuende Dozierende: Marika Rockstroh, Xaver Unterholzner, Cristina Milea, Michael Bischoff, Elisabeth Gabriel
Fotos: ©Athanor Akademie
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag Hamburg
 
Personal Dionysos (Nach „Die Bakchen“ von Euripides)   
Ein dumpfer Rhythmus hallt durch den Tempel,
Die Stimmen der Gläubigen singen seine Hymnen.
Euripides‘ Drama von 406 v.Chr. erzählt die Geschichte der Stadt Theben, die von der Ankunft des Gottes Dionysos aufgeschreckt wird. Der Gott ist erzürnt, dass seine Geburtsstadt ihm die Verehrung verweigert. Er versetzt die Frauen der Stadt in Ekstase und entführt sie, die „Bakchen“, zu Festspielen in die Berge. Thebens König Pentheus lässt ihn daraufhin in Ketten legen, womit er sein eigenes blutiges Ende durch die Hände seiner Mutter und Schwestern herbeiführt.
Der antike Text ist in „Personal Dionysos“ Ausgangspunkt für eine Erzählung um den Kult des Dionysos. Die Inszenierung von Florian Bieri ist eine interaktive Perfomance, in der die Zuschauer eingeladen werden, sich den feiernden Bakchen anzuschließen. Wir begeben uns gemeinsam auf eine Suche nach Dionysos und dem Göttlichen in all seinen Dimensionen: Was es sein könnte, wie es uns berührt, warum wir danach streben, wie es uns trennt und verbindet. 
 
Florian Bieri fand seinen Weg zu dem Stoff über Recherchen zur häufigen Neuinterpretation der Dionysischen Kulte und Mythen seit 1500 v.Chr. Ihn fasziniert daran die Anpassungsfähigkeit des Glaubens und wie sich diese im Dionysos-Mythos widerspiegelt. Mit den Darsteller*innen sucht er nach einer performativen Antwort auf die Fragen, was ein Gott eigentlich ist, wie er die Masse formt und wie die Masse ihn.  
Bearbeitung und Regie: Florian Bieri 
Besetzung: Katharina Engelmann, Zoë Dobrileit, Ardi Malikova
Betreuende Dozierende: Marika Rockstroh, Xaver Unterholzner, Cristina Milea, Michael Bischoff, Elisabeth Gabriel
Fotos: ©Athanor Akademie
 
ACHTUNG: An einzelnen Stellen des Abends kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.
In „Personal Dionysos“ gibt es eine kurze Phase absoluter Dunkelheit.
Kartenreservierung unter: 0851 209 871 17 oder veranstaltung@athanor.de

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