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"Provinz ist eine Möglichkeit" (Walter Höllerer), (1): "Daheim": Lesung und Gespräch mit Judith Hermann

Historische Druckerei Seidel

Do
29. Sept
2022
Beginn
19:00
Ende
24:00
Preis: 10,00 €
Veranstaltungsort
Historische Druckerei Seidel
Luitpoldplatz 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg, Deutschland

Die Veranstaltung

Walter Höllerer empfahl unter dem Motto „Provinz ist eine Möglichkeit“ in den 1970er Jahren den Blickwechsel von den Metropolen in die Provinz, er plädierte für einen modernen Heimatbegriff ohne Heimattümelei und rief dazu auf, die Impulse zu entdecken, die von der Provinz ausgehen können. Er schrieb über Regionalität, davon dass Regionen wie seine Heimatregion, die Oberpfalz, ihre Bedürfnisse entdecken und gegenüber den „Zentralen“ selbstbewusst formulieren sollten. Die Gründung des Literaturarchivs in Sulzbach-Rosenberg im Jahr 1977 war für Höllerer ein Schritt in diese Richtung, ein Zeichen nach dem Motto „Provinz ist, was Du daraus machst“, wie er es ein paar Jahre später in einer seiner öffentlichen Rede „Vom Mittelpunkt am Rand“ formulierte. Der Region und dem „ländlichen Raum“ wird in letzter Zeit wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil und Höllerers Überlegungen sind es wert, zu Beginn des 21. Jahrhunderts neu diskutiert zu werden. Wir wollen das anlässlich des 100. Geburtstags von Walter Höllerer mit zwei Veranstaltungen tun und ausloten, welche Rolle das Thema für die aktuelle Literatur spielt. Dazu haben wir Judith Hermann, Christoph Peters und Johannes Laubmeier eingeladen.

Die Veranstaltungen werden gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

"Daheim"
Rückzug in die Provinz oder Aufbruch in ein neues Leben? Judith Hermanns Ich-Erzählerin hat sich vom Leben in der Stadt verabschiedet und sich in der Einsamkeit der nördlichen Küstenlandschaft eingerichtet. Dort versucht sie ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Wird sie dort ankommen und heimisch werden? In dem Dorf an der Küste prallen verschiedene Lebensentwürfe aufeinander: Mimi, die Künstlerin, ebenfalls allein in einem Haus lebend, deren Bruder, ein Schweinezüchter, der Bruder der Ich-Erzählerin, ein Kneipenwirt, der sein Herz an eine junge Frau hängt, die als Kind misshandelt wurde. Eine Gemeinschaft von Individualisten, die alle ihre eigenen Geschichten mitbringen. Hintergründig scheinen aktuelle Themen wie Massentierhaltung und Gewalt in der Familie auf.


Bereits Judith Hermanns Debütband „Sommerhaus, später“ (1998) war ein großer Publikumserfolg. Als weitere Erzählbände erschienen 2003 „Nichts als Gespenster“ und 2009 „Alice“, bevor die Autorin 2014 ihren ersten Roman „Aller Liebe Anfang“ veröffentlichte. Für ihr Werk wurde sie vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Mit dem Roman „Daheim“ (2021) gelang ihr erneut der Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste.

Moderation: Thomas Geiger, Literarisches Colloquium Berlin

Info

Veranstalter Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V. | Literaturhaus Oberpfalz, Sulzbach-Rosenberg
Veranstalter-Adresse Rosenberger Straße 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg, Deutschland
Quelle Stadt Sulzbach-Rosenberg
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