am 15. Januar 1924, also vor nunmehr hundert Jahren, erschien die erste Nummer der „Grafinger Zeitung“, anfangs noch unter dem Titel „Markt Grafinger Wochenblatt“. Das Presseorgan, herausgegeben von der Öxinger Verlagsdruckerei Haußer, sprang in die Lücke der nach dem gescheiterten Hitler-Putsch vom 9. November 1923 we-gen regierungskritischer Äußerungen auf mehrere Wochen verbotenen Ebersberger Zeitung „Der Oberbayer“. Wenn sich das deutsch-national ausgerichtete Traditions-blatt auch nach seiner Wiederzulassung rasch seine Führungsposition zurückerober-te, so gelang es der Grafinger Konkurrenz in der Folgezeit doch, sich unter Anschluss an den bürgerlich-konservativen Bayerischen Zeitungsblock als zweite Tageszeitung im Ebersberger Raum zu etablieren. Neben dem „Oberbayern“ und dem 1928 ins Leben gerufenen „Schwabener Volksboten“ erlebte die „Grafinger Zeitung“ nach der NS-Machtübernahme 1933 ihre „Gleichschaltung“ und nach dem Ende des Dritten Reiches 1945 ihr Verbot durch die US-amerikanische Besatzungsmacht. Kurz nach seiner Wiederbelebung 1949 entschied sich die Familie Haußer, ihr Blatt an den „Münchner Merkur“ mit seiner „Ebersberger Zeitung“ anzubinden, in der es alsbald gänzlich aufgehen sollte.
Den 100. Geburtstag der „Grafinger Zeitung“, die heute eine wertvolle Quelle zur Er-forschung der Geschichte des Ebersberger Raumes darstellt, nimmt der Leiter des Archivs der Stadt Grafing, Bernhard Schäfer, zum Anlass, in einem Archiv-Stammtisch das Entstehen und Vergehen des einstigen Grafinger Lokalblattes nach-zuzeichnen.
Archiv Stammtisch - 100 Jahre Grafinger Zeitung
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| Veranstalter | Archiv und Museum Grafing |
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Marktpl. 26, 85567 Grafing bei München, Deutschland
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